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Themen-Ratgeber

Plus und Minus

Jede Wabenzelle hat 6 Seiten, und 6 + 4 = 10. Zwei Zahlen, die zusammen 10 ergeben, heißen verliebte Zahlen. Halte beim Rechnen immer zuerst nach ihnen Ausschau!

Addieren (Plusrechnen) heißt, Mengen zusammenzufügen: Aus den beiden Summanden wird die Summe. Subtrahieren (Minusrechnen) heißt, etwas wegzunehmen oder den Unterschied zwischen zwei Zahlen zu bestimmen: Minuend minus Subtrahend ergibt die Differenz. Beides gehört zusammen: Wenn 7 + 5 = 12 ist, dann ist 12 − 5 = 7. In der Schule lernen Kinder Plus und Minus deshalb gemeinsam, und zwar meist in dieser Reihenfolge: erst mit Material (Plättchen, Rechenrahmen, Finger), dann mit Bildern, dann mit Zahlen. In der Fachsprache heißt das EIS-Prinzip (enaktiv, ikonisch, symbolisch). Gerechnet wird zuerst im Kopf und halbschriftlich, meist ab der 3. Klasse auch schriftlich.

Was Kinder in welcher Klasse lernen

Schule ist in Deutschland Ländersache. Die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz legen fest, was Kinder am Ende der 4. Klasse können sollen; wann genau ein Thema drankommt, regelt der Lehrplan des Bundeslandes. Die Tabelle zeigt, was die meisten Schulen machen. Je nach Bundesland und Schulbuch kann sich das etwas verschieben.

KlasseWas Kinder lernen
VorschuleMengen vergleichen (mehr, weniger, gleich viel), kleine Mengen und Würfelbilder auf einen Blick erkennen, bis 10 und weiter zählen. Im Spiel dazutun und wegnehmen: „Drei Äpfel liegen im Korb, einer kommt dazu. Wie viele sind es jetzt?“
1. KlasseZahlenraum bis 20. Zahlzerlegungen im Zahlenhaus, die verliebten Zahlen (Paare, die 10 ergeben), Plus- und Minusaufgaben bis 20, der Zehnerübergang (8 + 5 = 8 + 2 + 3), Tausch- und Umkehraufgaben, Verdoppeln und Halbieren, Nachbaraufgaben, Platzhalteraufgaben wie 3 + □ = 7. Ziel ist, dass das Einspluseins nach und nach ohne Abzählen sitzt.
2. KlasseZahlenraum bis 100. Rechnen im Kopf und halbschriftlich (schrittweise, stellenweise, mit Hilfsaufgabe), mit und ohne Zehnerübergang, zum Beispiel 46 + 37 = 83. Analoge Aufgaben: Aus 3 + 4 = 7 folgt 30 + 40 = 70. Hilfsmittel sind Hundertertafel und Rechenstrich, beliebte Übungsformen Zahlenmauern und Rechendreiecke.
3. KlasseZahlenraum bis 1000. Im Kopf und halbschriftlich rechnen wie bisher, nur mit größeren Zahlen (aus 3 + 4 = 7 wird 300 + 400 = 700), runden auf Zehner und Hunderter. Meist in diesem Jahr kommen die schriftliche Addition und die schriftliche Subtraktion dazu, jeweils mit Überschlag vorab. Im Frühjahr schreiben die Kinder VERA-3, eine Vergleichsarbeit ohne Note.
4. KlasseZahlenraum bis 1 000 000. Schriftlich rechnen mit großen Zahlen und mehreren Summanden, Sachaufgaben mit mehreren Schritten, Ergebnisse mit Überschlag und Umkehraufgabe kontrollieren. Geldbeträge und Längen in Kommaschreibweise: 3,45 € + 1,80 € = 5,25 €.
5. KlasseAb hier hängt der Stoff auch von der Schulart ab. Gerechnet wird mit Zahlen über eine Million, alle schriftlichen Verfahren werden gefestigt. In vielen Schulen kommen negative Zahlen dazu (3 − 5 = −2), außerdem Terme mit Klammern und geschicktes Rechnen mit den Rechengesetzen.
6. KlassePlus und Minus mit Brüchen und Dezimalzahlen, etwa ½ + ¼ = ¾ oder 2,5 + 1,75 = 4,25. Je nach Bundesland und Schulart beginnt die Bruchrechnung auch schon in der 5. Klasse.

Die wichtigsten Ideen

1. Zahlzerlegungen sind das Fundament

Jede Zahl lässt sich auf verschiedene Arten zerlegen: 7 ist 5 und 2, aber auch 4 und 3 oder 6 und 1. Im Zahlenhaus steht die Zahl im Dach, die Zerlegungen wohnen in den Stockwerken darunter. Besonders wichtig sind die Zerlegungen der 10, die verliebten Zahlen (in manchen Klassen „Zehnerfreunde“): 1 und 9, 2 und 8, 3 und 7, 4 und 6, 5 und 5.

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Das Zahlenhaus der 10: Hinter jedem Stockwerk stecken vier Aufgaben, zum Beispiel 1 + 9 = 10, 9 + 1 = 10, 10 − 9 = 1 und 10 − 1 = 9.

Wer die Zerlegungen sicher kennt, kann sie überall nutzen: Aus 6 + 4 = 10 folgt 16 + 4 = 20 und 60 + 40 = 100. Das Einspluseins umfasst alle Plusaufgaben bis 10 + 10 und die passenden Minusaufgaben im Zahlenraum bis 20. Ideen zum Üben finden Sie in unserem Ratgeber zu den Zahlzerlegungen bis 20.

2. Der Zehnerübergang: erst bis zur Zehn

Eine große Hürde in der 1. Klasse sind Aufgaben, bei denen das Ergebnis über die 10 geht. Kinder lernen, die Zehn als Zwischenstation zu nutzen: Bei 8 + 5 fehlen bis zur 10 noch 2, also zerlegen sie die 5 in 2 und 3. Beim Minusrechnen geht es genauso: 13 − 5 = 13 − 3 − 2 = 8. Im Zwanzigerfeld sieht man das sofort, weil die Plättchen in Fünfern angeordnet sind (Lehrkräfte sprechen von der „Kraft der Fünf“).

8 + 5: Erst 2 Plättchen bis zur vollen Zehn, dann die übrigen 3. 8 + 2 + 3 = 13.

3. Jede Aufgabe hat Verwandte

Aus einer Aufgabe wird eine ganze Aufgabenfamilie: 7 + 5 = 12, die Tauschaufgabe 5 + 7 = 12 und die beiden Umkehraufgaben 12 − 5 = 7 und 12 − 7 = 5. Die Umkehraufgabe ist zugleich eine gute Probe: Wenn 62 − 38 = 24 stimmt, muss 24 + 38 wieder 62 ergeben.

Beim Plusrechnen darf man tauschen. Deshalb lohnt es sich, mit der größeren Zahl zu beginnen: Statt 2 + 9 rechnet man besser 9 + 2. Beim Minusrechnen geht das nicht, 9 − 3 ist etwas anderes als 3 − 9. Dazu kommen Verdoppeln und Halbieren (7 + 7 = 14, also 14 − 7 = 7) und die Nachbaraufgaben: Wer 6 + 6 = 12 weiß, findet auch 6 + 7 schnell, denn das ist eins mehr, also 13.

4. Halbschriftlich rechnen: Der Rechenweg wird sichtbar

Ab der 2. Klasse rechnen Kinder halbschriftlich: Sie schreiben die Zwischenschritte auf, das Rechnen selbst passiert im Kopf. Dafür gibt es mehrere Wege, und alle sind richtig:

Beim Minusrechnen gibt es zwei Blickrichtungen: abziehen (83 − 30 = 53, 53 − 7 = 46) oder ergänzen, also überlegen, wie viel von der kleineren bis zur größeren Zahl fehlt. Gezeichnet wird das auf dem Rechenstrich, einem leeren Zahlenstrahl, auf dem nur die Zahlen eingetragen werden, die man braucht.

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62 − 38 durch Ergänzen: Von 38 bis 62 sind es 2 + 20 + 2 = 24. Also ist 62 − 38 = 24.

Ergänzen ist besonders praktisch, wenn die Zahlen nah beieinander liegen: Bei 1003 − 996 sind es von 996 bis 1000 nur 4 und dann noch 3, zusammen 7. Im Zahlenraum bis 1000 funktioniert das halbschriftliche Rechnen genauso: 347 + 285 = 347 + 200 + 80 + 5 = 632. Mehr Rechenwege für den Kopf stehen in unserem Ratgeber zu den Kopfrechenstrategien.

5. Schriftliche Addition: Stelle unter Stelle

Meist in der 3. Klasse lernen Kinder, schriftlich zu rechnen. Die Zahlen stehen untereinander, Einer unter Einern, Zehner unter Zehnern, Hunderter unter Hundertern, eine Ziffer pro Rechenkästchen. Gerechnet wird von rechts nach links, also mit den Einern zuerst. Vorher kommt immer der Überschlag: 347 + 285 ist ungefähr 350 + 290 = 640.

Gesprochen klingt das so: „5 plus 7 gleich 12, schreibe 2, übertrage 1. 1 plus 8 plus 4 gleich 13, schreibe 3, übertrage 1. 1 plus 2 plus 3 gleich 6.“ Die Überträge stehen klein in der nächsten Spalte, direkt über dem Strich. Das Ergebnis, 632, passt zum Überschlag.

HZE 347 +285 632 11
347 + 285 = 632. Probe mit der Umkehraufgabe: 632 − 285 = 347.

6. Schriftliche Subtraktion: zwei Verfahren

Für die schriftliche Subtraktion gibt es zwei Verfahren, und die Bundesländer handhaben das unterschiedlich: Bayern schreibt das Abziehverfahren vor, in vielen anderen Ländern entscheidet die Schule. Beide sind richtig. Am Beispiel 532 − 178:

AbziehverfahrenErgänzungsverfahren HZEHZE 412 111 532 −178 532 −178 354354
532 − 178 = 354, links mit dem Abziehverfahren, rechts mit dem Ergänzungsverfahren. Probe: 354 + 178 = 532.
Indies Tipp

Lassen Sie Ihr Kind vor jeder schriftlichen Aufgabe kurz überschlagen. Bei 347 + 285 ist 350 + 290 = 640 ein guter Überschlag. Das Ergebnis 632 ist also plausibel, 522 dagegen viel zu klein. Und fragen Sie die Lehrkraft, welches Subtraktionsverfahren die Klasse lernt. Wenn Sie zu Hause das andere Verfahren zeigen, bringt das viele Kinder durcheinander. Lassen Sie sich lieber von Ihrem Kind erklären, wie es in der Schule gemacht wird.

Typische Fehler und wie Sie sie erkennen

Fünf-Minuten-Spiele für zu Hause

Indies KnobelaufgabeDie Biene Indie besucht am Vormittag 263 Blüten und am Nachmittag 178 Blüten. Wie viele Blüten besucht sie an diesem Tag insgesamt? Und wie viele Blüten besucht sie am Vormittag mehr als am Nachmittag? Lösung zeigen

Überschlag: 260 + 180 = 440. Insgesamt: 263 + 178 = 441 (8 plus 3 gleich 11, schreibe 1, übertrage 1; 1 plus 7 plus 6 gleich 14, schreibe 4, übertrage 1; 1 plus 1 plus 2 gleich 4). Wie viele mehr: 263 − 178 = 85. Ergänzen auf dem Rechenstrich: Von 178 bis 180 sind es 2, bis 200 noch 20, bis 263 noch 63, und 2 + 20 + 63 = 85. Probe: 178 + 85 = 263.

Kostenlose Arbeitsblätter zu Plus und Minus

Zum Ausdrucken für zu Hause oder für die Klasse. Auf der zweiten Seite stehen jeweils die Lösungen.

Vorschau des Arbeitsblatts „Zerlegungen der 10“Zerlegungen der 10Vorschule, 1. Klasse · Verliebte Zahlen: Welche zwei Zahlen ergeben 10?PDF herunterladen
Vorschau des Arbeitsblatts „Zerlegungen der 20“Zerlegungen der 201. Klasse · Welche zwei Zahlen ergeben 20?PDF herunterladen
Vorschau des Arbeitsblatts „Plus und Minus bis 20“Plus und Minus bis 201. Klasse · Gemischte Aufgaben im Zahlenraum bis 20PDF herunterladen
Vorschau des Arbeitsblatts „Schriftlich addieren“Schriftlich addieren3. Klasse, 4. Klasse · Dreistellige Zahlen, mit ÜbertragPDF herunterladen
Vorschau des Arbeitsblatts „Schriftlich subtrahieren“Schriftlich subtrahieren3. Klasse, 4. Klasse · Dreistellige Zahlen untereinanderPDF herunterladen

Kurze Antworten

Was bedeutet Entbündeln?

Ein Zehner wird in 10 Einer getauscht (oder ein Hunderter in 10 Zehner), damit in einer Spalte genug zum Abziehen da ist. Umgangssprachlich sagt man manchmal „borgen“, aber zurückgegeben wird nichts: 3 Zehner und 2 Einer sind genauso viel wie 2 Zehner und 12 Einer, nämlich 32.

Wann lernen Kinder schriftlich rechnen?

Schriftliche Addition und Subtraktion kommen meist in der 3. Klasse, im Zahlenraum bis 1000. In der 4. Klasse wird mit Zahlen bis zu einer Million gerechnet, und die schriftliche Multiplikation kommt dazu.

Abziehen oder Ergänzen: Welches Verfahren ist richtig?

Beide führen zum richtigen Ergebnis. Bayern schreibt das Abziehverfahren vor, in anderen Bundesländern entscheidet oft die Schule. Wichtig ist, dass Ihr Kind bei einem Verfahren bleibt, und zwar bei dem aus dem Unterricht.

Was heißt halbschriftlich rechnen?

Das Kind rechnet im Kopf, schreibt aber die Zwischenschritte auf, zum Beispiel 46 + 37: 46 + 30 = 76, 76 + 7 = 83. So bleibt der Rechenweg sichtbar, und man kann vergleichen, welcher Weg bei welchen Zahlen geschickt ist.

Darf mein Kind mit den Fingern rechnen?

Am Anfang ja: Finger helfen vielen Kindern, Mengen zu verstehen. Mit der Zeit sollen Zerlegungen und Verdopplungen aber im Kopf abrufbar sein, statt abgezählt zu werden. Zählt Ihr Kind in der 2. Klasse noch fast jede Aufgabe ab, sprechen Sie die Lehrkraft darauf an.

Üben mit Indie

Beequation Kids macht aus Rechenaufgaben Wabenrätsel. Kommt Ihr Kind nicht weiter, gibt die Biene Indie einen Tipp. Ohne Werbung und ohne Datenerfassung.

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