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Daten und Diagramme

Finde ich gute Blüten, tanze ich im Bienenstock den Schwänzeltanz und zeige allen, wo es Nektar gibt. Ein Diagramm macht es genauso: Es zeigt allen die Antwort auf einen Blick.

Daten sind Informationen, die wir sammeln, um eine Frage zu beantworten, zum Beispiel: „Welche Eissorte mag unsere Klasse am liebsten?“ Meist sind das Zahlen oder Antworten, die man zählen kann. Strichlisten, Tabellen und Diagramme ordnen die Daten so, dass man die Antwort und manches Muster sofort sieht. In den Bildungsstandards heißt dieser Bereich „Daten und Zufall“, denn dazu gehört auch die Frage, wie wahrscheinlich etwas ist. Er beginnt schon in der 1. Klasse mit der ersten Strichliste.

02468 SchokoladeErdbeereVanilleZitroneLieblingseis der Klasse 2bAnzahl der Kinder
Schokolade ist am beliebtesten: 8 Kinder. Erdbeere haben 3 Kinder mehr gewählt als Vanille (6 − 3 = 3). Insgesamt haben 22 Kinder geantwortet (8 + 6 + 3 + 5 = 22).

Was Kinder in welcher Klasse lernen

Jedes Bundesland hat seinen eigenen Lehrplan; gemeinsame Grundlage für die Grundschule sind die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz. Die Tabelle zeigt, was die meisten Schulen machen. Je nach Bundesland und Schulbuch kann sich das etwas verschieben, in Klasse 5 und 6 auch je nach Schulart.

KlasseWas Kinder lernen
VorschuleNoch kein Lernstoff im schulischen Sinn. Doch beim Sortieren (Bausteine nach Farben, Knöpfe nach Größe), Zählen und Vergleichen („mehr“, „weniger“, „gleich viel“) wird schon der Grundstein gelegt.
1. KlasseErste Strichlisten und kleine Tabellen: zählen, wie viele Kinder Geschwister haben oder mit dem Rad zur Schule kommen.
2. KlasseStrichlisten, Tabellen und erste Schaubilder, zum Beispiel ein Bilddiagramm. Dazu der Zufall: Ist etwas sicher, möglich oder unmöglich?
3. KlasseSäulendiagramme lesen und selbst zeichnen. Fahrpläne und Preislisten lesen. Würfelexperimente und erste Kombinatorik: „Wie viele Möglichkeiten gibt es?“
4. KlasseVerschiedene Diagramme lesen, selbst erstellen und kritisch deuten. Gewinnchancen vergleichen: „Das ist wahrscheinlicher als …“. Möglichkeiten mit dem Baumdiagramm geordnet aufschreiben.
5. KlasseJe nach Bundesland und Schulart: Möglichkeiten mit dem Zählprinzip berechnen statt aufzählen, Baumdiagramme. Diagramme und Tabellen begegnen den Kindern in vielen Sachaufgaben.
6. KlasseAbsolute und relative Häufigkeit, Säulen- und Kreisdiagramme, das arithmetische Mittel (der Durchschnitt). Wo genau das steht, hängt von Bundesland und Schulart ab.

Die wichtigsten Ideen

1. Am Anfang steht eine Frage

Diagramme sind keine Bilder zum Selbstzweck. Jede Datensammlung beantwortet eine Frage, und die Arbeit folgt einem Kreislauf: Frage stellen, Daten sammeln, ordnen, darstellen und auswerten. Oft ergibt sich daraus gleich die nächste Frage. Wenn Ihr Kind die Frage selbst aussucht, etwa „Welche Farbe haben die meisten Autos, die bei uns vorbeifahren?“, ist es auch beim Zählen und Zeichnen mit mehr Eifer dabei.

2. Strichlisten: immer fünf Striche bündeln

Eine Strichliste für 7: ein Fünferbündel und 2 einzelne Striche.

Mit einer Strichliste zählt man mit, während etwas passiert: für jedes Auto, jede Antwort, jeden Wurf ein Strich. Jeder fünfte Strich wird quer über die vier davor gezogen, so entsteht ein Fünferbündel. Zum Ablesen zählt man die Bündel in Fünferschritten und dann die einzelnen Striche dazu, bei drei Bündeln und zwei Strichen also: 5, 10, 15, 16, 17. Dahinter steckt dieselbe „Kraft der Fünf“, die Kinder vom Zwanzigerfeld kennen.

3. Erst die Legende und die Skala lesen

In einem Bilddiagramm steht anfangs jedes Bild für ein Kind oder einen Gegenstand. Später kann ein Bild für mehr stehen: Bedeutet laut Legende ein Smiley 2 Kinder, dann ist ein halber Smiley 1 Kind, und 3 ½ Smileys sind 7 Kinder. Beim Säulendiagramm stehen die Säulen senkrecht, beim Balkendiagramm liegen die Balken waagerecht; abgelesen wird beides an der Skala. Die Skala muss nicht in Einerschritten gehen. Steigt sie in Zehnerschritten und endet eine Säule genau in der Mitte zwischen 10 und 20, steht die Säule für 15. Die erste Frage an jedes Diagramm lautet deshalb: „Wie viel bedeutet ein Bild, wie viel ein Schritt auf der Skala?“

Indies Tipp

Stellen Sie zu jedem Diagramm drei Arten von Fragen. Ablesen: „Wie viele Kinder mögen Erdbeere?“ Vergleichen: „Wie viele mehr haben Schokolade gewählt als Vanille?“ Nachdenken: „Warum ist Schokolade wohl so beliebt? Käme in der Nachbarklasse dasselbe heraus? Und im Winter?“ Die dritte Art üben Kinder am seltensten, dabei zeigt sich gerade hier, ob sie ein Diagramm wirklich verstanden haben. Die Bildungsstandards verlangen ausdrücklich, Diagramme auch kritisch zu deuten.

4. Tabellen gibt es überall

Ab der 3. Klasse lesen Kinder Tabellen aus dem Alltag. Am Fahrplan: Fährt der Bus um 7:42 Uhr an der Haltestelle Lindenstraße ab und ist um 7:58 Uhr an der Schule, dauert die Fahrt 16 Minuten. An der Preisliste der Eisdiele: Kostet eine Kugel 1,80 € und die Sahne 0,50 €, dann kosten 2 Kugeln mit Sahne 2 · 1,80 € + 0,50 € = 3,60 € + 0,50 € = 4,10 €. Und viele Kinder kennen die Bundesliga-Tabelle besser als jede Schulbuchseite: Für einen Sieg gibt es 3 Punkte, für ein Unentschieden 1, für eine Niederlage 0. Ein Verein mit 5 Siegen, 2 Unentschieden und 1 Niederlage hat 5 · 3 + 2 · 1 = 17 Punkte. Steht bei den Toren 14:9, ist die Tordifferenz +5.

5. Sicher, möglich, unmöglich

Beim Würfeln mit einem normalen Spielwürfel ist es sicher, eine Zahl von 1 bis 6 zu werfen, und unmöglich, eine 7 zu werfen. Eine 6 ist möglich, aber nicht sicher. Danach lernen Kinder, Chancen zu vergleichen: Eine gerade Zahl (2, 4 oder 6) ist wahrscheinlicher als eine 6, denn dafür gibt es 3 günstige Seiten statt nur einer. Bei Würfelexperimenten merken Kinder außerdem, dass der Zufall launisch ist: Wer 60-mal würfelt, bekommt jede Zahl ungefähr 10-mal, aber fast nie alle sechs Zahlen genau 10-mal. Und wenn man bei „Mensch ärgere Dich nicht“ ewig auf die 6 wartet, liegt das nicht daran, dass sie seltener kommt: Man achtet nur besonders auf sie, weil man sie dringend braucht.

6. Wie viele Möglichkeiten gibt es?

WaffelBecher SchokoladeErdbeereVanilleSchokoladeErdbeereVanille
Eine Kugel Eis, in der Waffel oder im Becher, in 3 Sorten: Das Baumdiagramm zeigt alle 2 · 3 = 6 Möglichkeiten.

In der Grundschule gehen Kinder solche Aufgaben zuerst durch Probieren an und merken bald, dass sie schnell etwas vergessen oder doppelt zählen. Deshalb lernen sie, systematisch vorzugehen: mit einer Tabelle oder mit einem Baumdiagramm, bei dem sich jeder Ast weiter verzweigt. Später erkennen sie das Muster dahinter, das Zählprinzip: Gibt es für die erste Wahl 2 und für die zweite 3 Möglichkeiten, sind es zusammen 2 · 3 = 6. Hier hilft das kleine Einmaleins.

7. Häufigkeit, Kreisdiagramm und Mittelwert (Klasse 6)

6846 Fußball: 6 (90°)Schwimmen: 8 (120°)Turnen: 4 (60°)Tanzen: 6 (90°)
Lieblingssport von 24 Kindern: Jedes Kind bekommt 360° : 24 = 15° des Kreises. 6 Kinder sind 6 · 15° = 90°, ein Viertel des Kreises.

Die absolute Häufigkeit sagt, wie oft etwas vorkommt: 6 von 24 Kindern spielen am liebsten Fußball. Die relative Häufigkeit setzt das ins Verhältnis zur Gesamtzahl: ⁶⁄₂₄ = ¼ = 0,25, je nach Bundesland und Schulart in Klasse 6 oder 7 auch als 25 % geschrieben. So lassen sich Gruppen unterschiedlicher Größe vergleichen. Im Kreisdiagramm ist jeder Anteil ein Stück vom Kreis. Der ganze Kreis hat 360°, bei 24 Kindern steht also jedes Kind für 15°. Die Fußballgruppe bekommt 90°, einen rechten Winkel und damit genau ein Viertel. Hier kommen Brüche, Winkel und Prozent zusammen.

Das arithmetische Mittel, im Alltag der Durchschnitt, berechnet man so: alle Werte addieren und durch die Anzahl der Werte teilen. Schießt Emil in vier Spielen 2, 0, 3 und 3 Tore, sind das 2 + 0 + 3 + 3 = 8 Tore, und 8 : 4 = 2. Im Durchschnitt hat er 2 Tore pro Spiel geschossen. Man kann sich das als gerechtes Verteilen vorstellen: Würde man alle Tore gleichmäßig auf die vier Spiele verteilen, hätte jedes Spiel 2.

Typische Fehler

Fünf-Minuten-Spiele für zu Hause

Indies KnobelaufgabeIndie zeichnet ein Bilddiagramm. Laut Legende steht ein Honigtopf für 4 Bienen. In der Zeile „Löwenzahn“ sind 3 ganze und ein halber Honigtopf. Wie viele Bienen haben den Löwenzahn besucht? Lösung zeigen

3 ganze Töpfe stehen für 3 · 4 = 12 Bienen. Ein halber Topf ist die Hälfte von 4, also 2 Bienen. Zusammen sind das 12 + 2 = 14 Bienen.

Kostenlose Arbeitsblätter zu Daten und Diagrammen

Zum Ausdrucken für zu Hause oder den Unterricht. Auf der zweiten Seite stehen jeweils die Lösungen.

Vorschau des Arbeitsblatts „Ein Säulendiagramm lesen“Ein Säulendiagramm lesen2. Klasse, 3. Klasse · Umfrage: LieblingsobstPDF herunterladen

Kurze Antworten

Was ist eine Strichliste?

Eine Liste zum Mitzählen. Für alles, was man zählt, macht man einen Strich, und jeder fünfte Strich geht quer durch die vier davor. So kann man die Striche später in Fünferschritten zählen.

Was ist der Unterschied zwischen Säulendiagramm und Balkendiagramm?

Beim Säulendiagramm stehen die Säulen senkrecht, beim Balkendiagramm liegen die Balken waagerecht. Abgelesen wird beides an einer Skala, die in Einer-, Zweier-, Fünfer- oder Zehnerschritten gehen kann.

Was bedeutet „sicher, möglich, unmöglich“?

Mit diesen Wörtern beschreiben Kinder in der Grundschule, wie wahrscheinlich etwas ist. Mit einem Spielwürfel eine Zahl von 1 bis 6 zu werfen ist sicher, eine 6 zu werfen ist möglich, eine 7 zu werfen ist unmöglich.

Wie berechnet man den Durchschnitt?

Alle Werte addieren und durch die Anzahl der Werte teilen. Der Durchschnitt von 2, 4 und 9 ist 15 : 3 = 5. In der Schule heißt er arithmetisches Mittel oder Mittelwert.

Kommt das Thema in VERA-3 vor?

Ja. „Daten und Zufall“ ist eine der fünf Leitideen der Bildungsstandards (in VERA-Unterlagen manchmal noch „Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit“ genannt), und das Basismodul von VERA-3 im Frühjahr der 3. Klasse enthält Aufgaben aus allen Bereichen. VERA-3 wird nicht benotet. Mehr dazu im Ratgeber Tests und Noten in der Grundschule.

Üben mit Indie

Beequation Kids macht aus Rechenaufgaben Wabenrätsel. Kommt Ihr Kind nicht weiter, gibt die Biene Indie einen Tipp. Ohne Werbung und ohne Datenerfassung.

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