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Für Eltern

Wie Sie Ihrem Kind zu Hause bei Mathe helfen können

Bienen bauen ihre Wabe Zelle für Zelle, und mit Mathe ist es genauso. Jeden Tag ein paar Minuten, und bald wird daraus etwas richtig Süßes!

Sie müssen selbst nicht gut in Mathe sein, um Ihrem Kind zu helfen. Den größten Unterschied macht zu Hause nicht, ob Sie den richtigen Rechenweg kennen, sondern wie sich Mathe anfühlt: ob es etwas ist, das man gemeinsam, in Ruhe und oft macht, oder etwas, das am Küchentisch mit Tränen endet. Um dieses Gefühl geht es in diesem Ratgeber.

Lieber oft und kurz

Fünf Minuten am Tag bringen viel mehr als eine Stunde am Sonntag. Kurze Einheiten überfordern nicht, und was immer wieder vorkommt, bleibt hängen, zum Beispiel das Einspluseins und später das kleine Einmaleins. Das Beste daran: Meistens sieht es gar nicht nach „Mathe üben“ aus.

38 solcher Ideen, nach Alter sortiert, finden Sie in unserem Ratgeber Mathe im Alltag.

Über Mathe sprechen und gute Fragen stellen

Kinder lernen viel, wenn sie ihre Gedanken in Worte fassen. Im Unterricht sollen sie nicht nur Ergebnisse liefern, sondern ihre Rechenwege erklären und begründen. Die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz nennen das „mathematisch argumentieren“ und „mathematisch kommunizieren“. Dieselben Fragen helfen auch zu Hause:

Stellen Sie diese Fragen auch dann, wenn das Ergebnis richtig ist. Wer „Wie hast du das gerechnet?“ nur nach einem Fehler hört, lernt schnell, dass die Frage eigentlich „Das ist falsch“ bedeutet, und erklärt irgendwann lieber gar nichts mehr.

Die Mühe loben, nicht die „Schlauheit“

„Du bist aber schlau“ ist freundlich gemeint, kann aber nach hinten losgehen. Ein Kind, das dafür gelobt wird, schlau zu sein, weicht schwierigen Aufgaben womöglich aus, damit niemand merkt, dass es sie nicht sofort kann. Loben Sie lieber, was Ihr Kind getan hat:

Fehler gehören zum Mathelernen dazu. Lehrkräfte sehen sie oft als nützlich an, weil ein Fehler genau zeigt, wie ein Kind denkt. Das können Sie zu Hause auch: „Spannend! Erklär mir mal, wie du gerechnet hast.“

Rollentausch: Ihr Kind erklärt es Ihnen

Einer der hilfreichsten Sätze lautet: „Ich weiß nicht mehr, wie das geht. Zeigst du es mir?“ Erklären ist schwerer als Anwenden: Wenn Ihr Kind Ihnen die schriftliche Addition mit Übertrag erklären kann, hat es sie wirklich verstanden. Wenn es beim Erklären hängen bleibt, haben Sie die Lücke gefunden, ganz ohne Test.

Indies Tipp

Wenn Ihr Kind nicht weiterkommt, nehmen Sie ihm nicht den Stift aus der Hand. Fragen Sie „Was weißt du schon?“ oder „Womit könntest du anfangen?“ und warten Sie danach mindestens zehn Sekunden, bevor Sie etwas sagen. In dieser Stille wird gedacht.

Hausaufgaben begleiten

Hausaufgaben in der Grundschule sind meist so gedacht, dass Kinder sie allein schaffen, denn sie zeigen der Lehrkraft, was ein Kind schon selbstständig kann. Viele Kinder erledigen sie im Hort oder in der Ganztagsschule und kommen mit fertigen Hausaufgaben nach Hause. Lassen Sie sich trotzdem ab und zu das Matheheft und das Hausaufgabenheft zeigen, und fragen Sie, was gerade im Unterricht dran ist.

Wenn die Hausaufgaben zu Hause gemacht werden, hilft dieser Ablauf:

  1. Eine gute Zeit finden. Nicht direkt nach der Schule mit leerem Magen und nicht kurz vor dem Schlafengehen. Ein Apfel oder ein Butterbrot vorher wirkt Wunder.
  2. Die Aufgabe gemeinsam lesen. Hinter vielen „Das kann ich nicht“ steckt eigentlich „Ich verstehe nicht, was ich machen soll“. Das gilt besonders für Sachaufgaben.
  3. Ihr Kind zuerst selbst probieren lassen. Setzen Sie sich in die Nähe, statt ihm über die Schulter zu schauen.
  4. Einen Anstoß geben, nicht die Lösung. „Probier es erst mal mit kleineren Zahlen“ oder „Kannst du eine Skizze machen?“ sind gute Anstöße.
  5. Rechtzeitig aufhören. Wenn es zum Machtkampf wird, brechen Sie ab. Schreiben Sie der Lehrkraft eine kurze Nachricht ins Hausaufgabenheft, etwa: „Emil fand Aufgabe 4 schwer. Wir haben nach 15 Minuten aufgehört.“ Das sagt der Lehrkraft viel mehr als ein Ergebnis, bei dem Sie mitgeholfen haben.

Es ist in Ordnung, wenn in den Hausaufgaben Fehler stehen. Genau daran sieht die Lehrkraft, was sie noch einmal aufgreifen muss.

Wenn Sie den Rechenweg nicht kennen

Mathe wird heute anders unterrichtet als vor 20 oder 30 Jahren. Viele Eltern begegnen Wörtern wie „Zahlenhaus“, „Rechenstrich“, „halbschriftlich“, „Malkreuz“ oder „Entbündeln“ zum ersten Mal in den Heften ihres Kindes. Das ist normal. Halbschriftlich rechnen heißt zum Beispiel: Ihr Kind rechnet im Kopf und schreibt dabei die Zwischenschritte auf, etwa 347 + 285 = 347 + 200 + 80 + 5 = 632. Das schriftliche Rechnen untereinander kommt erst danach. So können Sie mit neuen Rechenwegen umgehen:

Und der Weg, den Sie selbst gelernt haben? Wenn er zum richtigen Ergebnis führt, ist er nicht falsch. Ein Beispiel ist die schriftliche Subtraktion, etwa 532 − 178. Viele Eltern haben das Ergänzungsverfahren gelernt („8 plus wie viel gleich 12?“), ihr Kind lernt vielleicht das Abziehverfahren mit Entbündeln („2 minus 8 geht nicht, ich entbündele einen Zehner: 12 minus 8 gleich 4“), oder es ist genau umgekehrt. In Bayern ist das Abziehverfahren vorgeschrieben, in vielen anderen Bundesländern entscheidet die Schule. Beide Verfahren sind richtig und führen zum selben Ergebnis, hier 354. Ein zweiter Weg mitten in den Hausaufgaben verwirrt aber ein Kind, das sich den ersten gerade erst erarbeitet. Fragen Sie deshalb die Lehrkraft, welches Verfahren die Klasse benutzt, statt Ihrem Kind Ihr eigenes beizubringen. „So habe ich das damals gelernt“ heben Sie sich für später auf, als spannenden Vergleich, wenn der Rechenweg aus dem Unterricht sicher sitzt.

Gute Stimmung bewahren

Kinder hören genau hin, wie Erwachsene über Mathe sprechen. Vermeiden Sie Sätze wie „In Mathe war ich auch immer schlecht“ oder „Mathe habe ich gehasst“, auch im Scherz. Ihr Kind hört darin womöglich: „Dann ist es ja nicht schlimm, wenn ich das auch nicht kann.“ Wenn Mathe Ihnen selbst unangenehm ist, finden Sie im Ratgeber Wenn Ihr Kind sagt: „Ich kann kein Mathe“ auch Ideen für sich.

Was außerdem hilft, damit Mathe zu Hause ein schönes Fach bleibt:

Kurze Antworten

Wie viel Mathe sollten wir zu Hause machen?

Für die meisten Grundschulkinder reichen fünf bis zehn Minuten am Tag zusätzlich zu den Hausaufgaben. Das meiste davon können Gespräche, Spiele und Mathe im Alltag sein statt Arbeitsblätter.

Soll ich jeden Fehler verbessern?

Nein. Greifen Sie eine Sache heraus, am besten, indem Ihr Kind seinen Rechenweg erklärt und den Fehler selbst findet. Wer ständig verbessert wird, traut sich irgendwann nichts mehr zu.

Sollte ich Übungshefte kaufen?

Manchen Kindern helfen sie, nötig sind sie nicht. Kurze Spiele und Gespräche bringen meist mehr. Wenn Sie etwas zum Ausdrucken möchten: Unsere kostenlosen Arbeitsblätter haben jeweils ein Lösungsblatt.

Mein Kind kommt in Mathe nicht mit. Was soll ich tun?

Sprechen Sie zuerst mit der Lehrkraft. Sie kann Ihnen sagen, was Ihrem Kind schwerfällt und was Sie üben können, und sie kann einschätzen, ob vielleicht eine Rechenschwäche dahintersteckt. Unsere Seiten zu den Klassenstufen zeigen, was Kinder in welcher Klasse meist lernen; je nach Bundesland und Schulbuch kann sich das etwas verschieben.

Üben mit Indie

Beequation Kids macht aus Rechenaufgaben Wabenrätsel. Kommt Ihr Kind nicht weiter, gibt die Biene Indie einen Tipp. Ohne Werbung und ohne Datenerfassung.

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