Lernen › Klassenstufen
Von der Vorschule bis zur 6. Klasse
Mathe nach Klassenstufen
In Deutschland ist Schule Sache der Länder. Es gibt deshalb keinen bundesweiten Lehrplan, sondern 16 verschiedene. Gemeinsame Grundlage sind die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz: Sie gelten in allen Bundesländern und beschreiben, was Kinder am Ende der 4. Klasse in Mathe können sollen. Wann welcher Stoff drankommt, regelt der Lehrplan des jeweiligen Landes (je nach Land heißt er auch Bildungsplan, Kerncurriculum oder Rahmenlehrplan). Viele Lehrpläne legen die Ziele dabei nicht für jedes einzelne Schuljahr fest, sondern für zwei Jahre zusammen: für die Klassen 1 und 2 und für die Klassen 3 und 4.
Unsere Klassenseiten beschreiben deshalb, was die meisten Schulen machen. Je nach Bundesland und Schulbuch kann sich das etwas verschieben. Jede Seite erklärt, woran Kinder in diesem Schuljahr arbeiten, was am Ende des Jahres sitzen sollte und wie Sie zu Hause helfen können. Dazu gibt es eine Knobelaufgabe mit Indie und kostenlose Arbeitsblätter.
Wählen Sie eine Klassenstufe
So hängen die Schuljahre zusammen
| Klassenstufe | Alter | Schule | Zahlenraum |
|---|---|---|---|
| Vorschule | 5 bis 6 | Kita (letztes Kindergartenjahr); in Hamburg auch Vorschulklasse an der Grundschule | spielerisch bis 10 und darüber hinaus |
| 1. Klasse | 6 bis 7 | Grundschule, oft als Schuleingangsphase | bis 20 |
| 2. Klasse | 7 bis 8 | Grundschule, oft als Schuleingangsphase | bis 100 |
| 3. Klasse | 8 bis 9 | Grundschule | bis 1000 |
| 4. Klasse | 9 bis 10 | Grundschule | bis 1 000 000 |
| 5. Klasse | 10 bis 11 | weiterführende Schule (in Berlin und Brandenburg noch Grundschule) | über die Million hinaus, negative Zahlen |
| 6. Klasse | 11 bis 12 | weiterführende Schule (in Berlin und Brandenburg noch Grundschule) | dazu Brüche und Dezimalzahlen |
Vor der Schule. Der Besuch einer Kita ist freiwillig. Im letzten Kita-Jahr vor der Einschulung heißen die Kinder Vorschulkinder. Einen Lehrplan im schulischen Sinn gibt es hier nicht, aber jedes Bundesland hat einen Bildungsplan für Kitas, und mathematische Bildung gehört dazu: Zählen, Mengen, Formen und Muster, alles im Spiel. Vor der Einschulung steht die Schuleingangsuntersuchung, eine ärztliche Untersuchung, in vielen Ländern kommt ein Sprachtest dazu. Keins von beiden ist ein Mathetest.
Einschulung. Schulpflichtig wird ein Kind, wenn es bis zum Stichtag seines Bundeslandes (zwischen dem 30. Juni und dem 30. September) sechs Jahre alt wird; nach den Sommerferien kommt es dann in die 1. Klasse. Kinder können auch früher eingeschult werden (Kann-Kinder) oder ein Jahr später (Zurückstellung). In einer Klasse können die Kinder deshalb mehr als ein Jahr auseinander sein. Die Altersangaben in der Tabelle sind Richtwerte: Die meisten Kinder sind zu Beginn der 1. Klasse sechs Jahre alt und werden im Laufe des Schuljahres sieben.
Grundschule. Die Grundschule umfasst die Klassen 1 bis 4, in Berlin und Brandenburg die Klassen 1 bis 6. Die ersten beiden Schuljahre bilden oft eine flexible Schuleingangsphase. Sie ist auf zwei Jahre angelegt, je nach Lernstand kann ein Kind sie aber auch in einem oder in drei Jahren durchlaufen. Mancherorts lernen Kinder der 1. und 2. Klasse gemeinsam in jahrgangsübergreifenden Klassen. In der 1. und 2. Klasse gibt es meist keine Noten, sondern ein Berichtszeugnis, das in Worten beschreibt, was Ihr Kind schon kann. Noten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) gibt es meist ab Klasse 3, je nach Bundesland und Schule.
Der Wechsel nach der 4. Klasse. Am Ende der Grundschulzeit steht der Übergang (in Bayern: Übertritt) auf eine weiterführende Schule, etwa Gymnasium, Realschule, Mittel- oder Hauptschule, Gesamtschule oder Oberschule; die Namen unterscheiden sich von Land zu Land. In Berlin und Brandenburg wechseln die meisten Kinder erst nach der 6. Klasse. Die Grundschule gibt eine Empfehlung für die Schulart ab. In manchen Ländern ist sie verbindlich, in anderen ist sie ein Rat und die Eltern entscheiden. Wie es in Ihrem Bundesland geregelt ist, erfahren Sie an der Schule Ihres Kindes. Die Klassen 5 und 6 sind oft eine Phase zum Ankommen und Orientieren (in Nordrhein-Westfalen heißt sie Erprobungsstufe, in mehreren anderen Ländern Orientierungsstufe). Was in Mathe genau drankommt, hängt hier vom Bundesland und von der Schulart ab.
Tests und Zeugnisse im Überblick
| Klasse | Was | Wann | Worum es geht |
|---|---|---|---|
| Vorschule | Schuleingangsuntersuchung | vor der Einschulung | Ärztliche Untersuchung, in vielen Ländern dazu ein Sprachtest. Kein Mathetest. |
| 1. und 2. Klasse | Berichtszeugnis | zum Schuljahresende, je nach Bundesland auch zum Halbjahr | Meist keine Noten. Die Lehrkraft beschreibt in Worten, wie sich Ihr Kind entwickelt und was es schon kann. |
| 3. Klasse | VERA-3 (Vergleichsarbeiten) | im Frühjahr der 3. Klasse | In allen Bundesländern, in Deutsch und Mathe; die Aufgaben richten sich nach den Bildungsstandards für das Ende der 4. Klasse. In Mathe rund 60 Minuten: ein Basismodul mit Aufgaben aus allen Inhaltsbereichen und ein Ergänzungsmodul zu einem Bereich. Keine Note: Das Ergebnis wird in fünf Kompetenzstufen beschrieben und den Eltern mitgeteilt. Es zählt nicht für die Grundschulempfehlung. |
| ab der 3. Klasse | Klassenarbeiten (in Bayern: Proben) | über das Schuljahr verteilt | Von der Lehrkraft gestellt und mit Noten von 1 bis 6 bewertet. |
| 4. Klasse | Kompass 4 (nur Baden-Württemberg) | im November | Landesweiter Test in Deutsch und Mathe. Er wirkt sich nicht auf die Noten aus, ist aber neben der Einschätzung der Lehrkräfte eine der beiden Grundlagen der Grundschulempfehlung. |
| 4. Klasse | Grundschulempfehlung (in Bayern: Übertrittszeugnis) | vor dem Wechsel auf die weiterführende Schule | Empfehlung für die Schulart. In manchen Ländern verbindlich, in anderen ein Rat. In Berlin und Brandenburg wechseln die meisten Kinder erst nach der 6. Klasse. |
Einen bundesweiten Einmaleins-Test gibt es nicht, ebenso wenig eine Abschlussprüfung am Ende der Grundschule. Viele Lehrkräfte machen aber in der Klasse einen „Einmaleins-Führerschein“, bei dem die Kinder Reihe für Reihe zeigen, was sie im Kopf können. Mehr zu VERA-3, Klassenarbeiten und der Empfehlung lesen Sie im Ratgeber Tests und Noten in der Grundschule. Wie Kinder heute rechnen lernen, erklärt der Ratgeber So wird Mathe heute in der Grundschule unterrichtet.
Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind in einem Thema weiter ist als in einem anderen. Kinder lernen unterschiedlich schnell, und in einer Klasse kann zwischen dem jüngsten und dem ältesten Kind mehr als ein Jahr liegen. Nutzen Sie die Klassenseiten, um zu sehen, was als Nächstes kommt. Und wenn Sie etwas beschäftigt, hilft ein kurzes Gespräch mit der Lehrkraft meist mehr als ein Stapel zusätzlicher Arbeitsblätter.
Üben mit Indie
Beequation Kids macht aus Rechenaufgaben Wabenrätsel. Kommt Ihr Kind nicht weiter, gibt die Biene Indie einen Tipp. Ohne Werbung und ohne Datenerfassung.