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Für Lehrkräfte
25 Einstiege für die Mathestunde
Ein Stundeneinstieg (oft auch Warm-up genannt) ist eine kurze Aktivität zu Beginn der Mathestunde. Er bringt die Köpfe in Gang, zeigt Ihnen in wenigen Minuten, wo die Klasse steht, und hält Einspluseins, Einmaleins und frühere Themen lebendig. Gute Einstiege dauern 5 bis 10 Minuten, brauchen kaum Vorbereitung und beteiligen alle Kinder, nicht nur die drei, die sich immer zuerst melden.
Die 25 Ideen sind nach Doppeljahrgängen sortiert, die meisten funktionieren aber in jeder Klasse: Passen Sie die Zahlen an, dann wachsen sie mit dem Zahlenraum mit. Je nach Bundesland und Schulbuch kann sich ein Thema auch um ein Jahr verschieben. Damit alle gleichzeitig antworten können, genügen kleine Schreibtafeln, Ziffernkarten oder die Finger.
Einstiege für die Schuleingangsphase (Klasse 1 und 2)
Im Mittelpunkt stehen Zahlvorstellung bis 20 und bis 100, Zahlzerlegungen und das schnelle Erfassen von Mengen. Mehr dazu auf den Seiten zur 1. Klasse und zur 2. Klasse.
- Zahl des Tages. Eine Zahl steht an der Tafel, die Kinder sammeln alles, was ihnen dazu einfällt. Beispiel: 14 hat 1 Zehner und 4 Einer, ist gerade, ist das Doppelte von 7, ist 20 − 6, und die Nachbarzahlen sind 13 und 15. In Klasse 2 mit 47: ungerade, 50 − 3, bis 100 fehlen 53, und der Zahlendreher heißt 74.
- Zählen im Kreis. Die Kinder zählen reihum in Schritten weiter; wenn Sie klatschen, wechselt die Richtung. Beispiel: in Zweierschritten ab 0, in Fünferschritten ab 0 oder (Klasse 2) in Zehnerschritten ab 7: 7, 17, 27, 37, 47.
- Blitzblick. Zeigen Sie zwei Sekunden lang ein Zwanzigerfeld mit Wendeplättchen: Wie viele waren es? Beispiel: In der oberen Reihe liegen 8 Plättchen. Wer die Kraft der Fünf nutzt, sieht „5 und 3“, statt zu zählen. In Klasse 2 geht das am Hunderterfeld. Fragen Sie: „Wie hast du das so schnell gesehen?“
- Zehnerfreunde-Pingpong. Sie spielen eine Zahl zu, die Klasse „schlägt“ die Partnerzahl zurück. Beispiel: Verliebte Zahlen: Sie sagen 3, die Kinder sagen 7. Bis 20: Sie sagen 6, die Kinder sagen 14. In Klasse 2 bis 100: 30 und 70, schwieriger 35 und 65.
- Platzhalteraufgaben. An der Tafel steht eine Aufgabe mit Lücke. Beispiel: 8 + ☐ = 15 (die Lösung ist 7) und ☐ − 4 = 9 (die Lösung ist 13). Wie kann man prüfen? Mit den Umkehraufgaben 15 − 8 = 7 und 9 + 4 = 13.
- Was passt nicht? Vier Zahlen stehen an der Tafel. Welche passt nicht dazu, und warum? Beispiel: 6, 12, 15, 20. Die meisten Kinder wählen die 15, die einzige ungerade Zahl. Lassen Sie aber auch die 6 gelten (die einzige einstellige Zahl) oder die 20 (die einzige Zehnerzahl), wenn das Kind es begründen kann.
- Uhrzeit des Tages. Sie stellen die Lernuhr, die Kinder nennen die Uhrzeit. Beispiel: Der große Zeiger steht auf der 6, der kleine zwischen der 3 und der 4. Manche Kinder sagen „halb drei“, weil der kleine Zeiger noch nah bei der 3 steht. Richtig ist „halb vier“: Die Stunde bis vier Uhr ist schon zur Hälfte um. Digital heißt das 15:30 Uhr oder 3:30 Uhr. In Klasse 2 kommen „Viertel nach drei“ (regional „viertel vier“) und „Viertel vor vier“ („dreiviertel vier“) dazu.
- Wabenrätsel. Zeigen Sie ein Beequation-Wabenrätsel an der Tafel oder am Whiteboard. Eine Zahl ist die Summe von zwei anderen: Wer findet sie? Beispiel: 8, 3, 16, 9, 7. Die Lösung ist 16, denn 9 + 7 = 16. Fragen Sie, wie die Kinder die anderen Zahlen ausgeschlossen haben.
Einstiege für Klasse 3 und 4
Der Zahlenraum wächst bis 1000 und bis zur Million, das Einmaleins soll sitzen, die schriftlichen Verfahren kommen dazu. Mehr dazu auf den Seiten zur 3. Klasse und zur 4. Klasse.
- Blitzrechnen. Kurze Aufgabenserien, jeden Tag ein paar Minuten, bis die Antworten von selbst kommen; jetzt vor allem zum Einmaleins. Beispiel: Erst die Kernaufgabe 5 · 7 = 35, dann die Nachbaraufgaben 6 · 7 = 42 und 4 · 7 = 28; danach 10 · 7 = 70 und 9 · 7 = 63. So lernen die Kinder nebenbei, Aufgaben abzuleiten.
- Zahlenmauer des Tages. Jeder Stein ist die Summe der beiden darunter; mit kleinen Zahlen geht das schon in Klasse 1. Beispiel: Mit den Grundsteinen 25, 18 und 37 entstehen 43 und 55, oben steht 98. Spannender wird es mit einer Lücke: Unten stehen 6, ☐ und 4, oben 30. Der fehlende Stein ist 10, denn 6 + 10 = 16, 10 + 4 = 14 und 16 + 14 = 30. Anschlussfrage: Was passiert mit dem Deckstein, wenn der mittlere Grundstein um 1 wächst? (Er wächst um 2, weil der mittlere Stein in beide Steine darüber eingeht.)
- Schätzglas. Zeigen Sie ein Glas mit Muggelsteinen, Wendeplättchen oder Kastanien. Jedes Kind notiert eine Schätzung, nach einem Hinweis darf es sie ändern. Beispiel: In diesen kleinen Becher passen 10 Steine, und das Glas fasst ungefähr 6 Becher, also sind es etwa 60. Zum Schluss wird gemeinsam in Zehnerbündeln gezählt.
- Stimmt das immer? Zu einer Behauptung entscheiden die Kinder „immer“, „manchmal“ oder „nie“ und belegen es mit Beispielen. Beispiel: „Zwei ungerade Zahlen ergeben zusammen eine gerade Zahl“ (immer). „Eine Zahl aus der Dreierreihe ist ungerade“ (manchmal: 9 ja, 12 nein).
- Aus einer Aufgabe werden viele. Was lässt sich aus einer Aufgabe alles ableiten? Beispiel: Aus 3 · 8 = 24 folgen die Tauschaufgabe 8 · 3 = 24, die Umkehraufgaben 24 : 8 = 3 und 24 : 3 = 8, außerdem 30 · 8 = 240, 3 · 80 = 240, 240 : 8 = 30, 6 · 8 = 48 (verdoppelt) und die Nachbaraufgabe 4 · 8 = 32.
- Einmaleins-Wabe. Ein Beequation-Rätsel, in dem eine Zahl das Produkt von zwei anderen ist. Beispiel: 6, 8, 42, 7, 45. Die Lösung ist 42, denn 6 · 7 = 42. Die 45 ist eine schöne Falle: 6 · 8 ist 48, nicht 45.
- Ziffern gesucht. Eine schriftliche Addition mit Lücken. Beispiel: 3☐7 + ☐85 = 632. Bei den Einern ist 7 + 5 = 12: schreibe 2, übertrage 1. Bei den Zehnern muss 1 + ☐ + 8 eine 3 an der Einerstelle ergeben, also 13, und die fehlende Ziffer ist 4. Bei den Hundertern gilt 1 + 3 + ☐ = 6, also 2. Probe: 347 + 285 = 632.
- Rechengeschichten. Zu einer Rechnung an der Tafel erfinden die Kinder in zwei Minuten eine passende Geschichte; einige werden vorgelesen und geprüft. Beispiel: Zu 24 : 4 = 6 passt „Mia verteilt 24 Sticker gerecht an 4 Kinder, jedes bekommt 6“ (Verteilen), aber auch „24 Kinder setzen sich an Vierertische, das sind 6 Tische“ (Aufteilen).
Einstiege für Klasse 5 und 6
Negative Zahlen, Teiler, Terme und Gleichungen kommen dazu, je nach Bundesland in Klasse 5 oder 6 auch Brüche und Dezimalzahlen. Was wann dran ist, hängt stark von Bundesland und Schulart ab. Einen Überblick geben die Seiten zur 5. Klasse und zur 6. Klasse.
- Zielzahl. Sechs Zahlen und eine Zielzahl: Mit +, −, · und : kommen die Kinder möglichst nah an die Zielzahl heran, jede Zahl darf höchstens einmal vorkommen. Beispiel: 25, 6, 3, 2, 10, 1 und die Zielzahl 156. Ein Weg: 25 · 6 = 150, 3 · 2 = 6 und 150 + 6 = 156.
- Jede ist die Ausnahme. „Was passt nicht?“ für Fortgeschrittene: Jede Zahl ist aus einem anderen Grund die Ausnahme. Beispiel: 9, 16, 25, 43. Die 9 ist die einzige einstellige Zahl, die 16 die einzige gerade, die 25 das einzige Vielfache von 5 und die 43 die einzige, die keine Quadratzahl ist (sie ist außerdem die einzige Primzahl).
- Wahr oder falsch? Eine Behauptung, Daumen hoch oder runter, dann begründet ein Kind. Beispiel: „0,3 · 10 = 0,30“ ist falsch: Es ergibt 3, weil jede Ziffer in der Stellenwerttafel eine Stelle nach links rückt. „⅗ ist größer als ½“ ist wahr, denn ⅗ = 0,6. „3 + 4 · 5 = 35“ ist falsch: Punkt vor Strich, also 3 + 20 = 23.
- Sag es anders. Geben Sie einen Bruch vor; die Kinder schreiben ihn als Dezimalzahl und, sobald die Prozentrechnung dran war (je nach Bundesland und Schulart in Klasse 6 oder 7), auch in Prozent. Beispiel: ⅖ = 0,4 = 40 %. Für Schnelle: ⅜ = 0,375 = 37,5 %.
- Teilerjagd. Die Kinder finden alle Teiler einer Zahl, am besten in Teilerpaaren. Beispiel: 24 hat 8 Teiler: 1 und 24, 2 und 12, 3 und 8, 4 und 6. Anschlussfrage: Welche Zahl unter 20 hat die meisten Teiler? (12 und 18, mit je 6 Teilern.)
- Im Gleichgewicht. Beide Seiten des Gleichheitszeichens müssen denselben Wert haben. Beispiel: 36 + 27 = ☐ + 30. Weil 30 um 3 größer ist als 27, muss der Platzhalter um 3 kleiner sein als 36: 33. Probe: Beide Seiten ergeben 63. Wer 63 einträgt, versteht das Gleichheitszeichen als „ergibt“. Darüber lohnt sich ein Gespräch.
- Erst überschlagen. Die Kinder notieren einen Überschlag, bevor sie genau rechnen. Beispiel: 398 · 5 ist ungefähr 400 · 5 = 2000. Genau sind es 2000 − 10 = 1990, denn mit 400 statt 398 wurden 2 · 5 = 10 zu viel gerechnet.
- Unter null. Temperaturfragen über die Null hinweg. Beispiel: „Um 6 Uhr morgens waren es −3 °C, um 12 Uhr mittags 5 °C. Um wie viel Grad ist es wärmer geworden?“ 3 Grad bis zur Null, dann noch 5: insgesamt 8 Grad.
- Kommazahlen-Wabe. Ein Beequation-Rätsel mit Zehnteln. Beispiel: 0,6; 1,5; 0,9; 2,3; 0,4. Die Lösung ist 1,5, denn 0,6 + 0,9 = 1,5. (1,5 + 0,9 ergibt 2,4, nicht 2,3.) Vor den Dezimalzahlen geht es auch mit Geld: 0,60 € + 0,90 € = 1,50 €.
Behalten Sie einen Einstieg eine ganze Woche bei, bevor Sie wechseln. Am ersten Tag lernen die Kinder den Ablauf, an den übrigen Tagen denken sie über die Mathematik nach. Wenn Sie nur die Zahlen austauschen und nicht das Format, wird auch Ihre Planung leichter.
Damit Einstiege gelingen
- Alle antworten. Schreibtafeln, Ziffernkarten oder „Auf drei zeigen alle“ verhindern, dass immer dieselben Kinder drankommen, und zeigen Ihnen, wer noch Hilfe braucht.
- Fragen Sie: „Wie hast du gerechnet?“ Der Einstieg ist ein guter Ort, um Rechenwege zu vergleichen. Zwei Kinder, die beide auf 33 kommen, sind oft ganz verschiedene Wege gegangen. So üben die Kinder nebenbei das Argumentieren und Kommunizieren, zwei der prozessbezogenen Kompetenzen aus den Bildungsstandards.
- Altes wiederholen. Ein Einstieg zu einem Thema, das vor den Herbstferien dran war, hält es frisch und bringt oft mehr als ein Vorgriff auf die heutige Stunde.
- Kurz bleiben. Eine Sanduhr hilft. Zeigt sich eine Fehlvorstellung, die eine eigene Stunde wert ist, notieren Sie sie und greifen sie später auf.
- Ein festes Ritual. Ein fester Platz an der Tafel für Zahl des Tages oder Zahlenmauer spart Erklärungen: Die Kinder fangen beim Hereinkommen von selbst an.
Wabenrätsel zum Ausdrucken oder für die Tafel finden Sie im kostenlosen Rätselpaket für Lehrkräfte. Sie können das Spiel im Browser auch direkt am Whiteboard öffnen.
Kurze Antworten
5 bis 10 Minuten reichen: lang genug, um zu sehen, wer noch unsicher ist, und kurz genug für die eigentliche Stunde.
Er kann, muss aber nicht. Viele Lehrkräfte halten damit Grundaufgaben und frühere Themen wach und führen danach mit einer eigenen Aufgabe zum neuen Inhalt hin.
Ja, auch in jahrgangsgemischten Klassen. Wählen Sie offene Formate wie die Zahl des Tages oder „Jede ist die Ausnahme“: Jedes Kind kann etwas beitragen, und wer schneller ist, denkt weiter.